RLT-Anlagen und Corona – Was Sie über Raumluft wissen sollten

Spätestens seit Tönnies ist die Verunsicherung groß. Besteht Gefahr, dass RLT-Anlagen Corona-Viren verbreiten? So viel vorab: Die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering. Denn Klimaanlage ist nicht gleich Klimaanlage. Hier ein Blick auf die Fakten.

Darum geht es: Kontaminierte Aerosole stoppen

Viren schweben nie frei im Raum. Sie sind an Feuchtigkeit oder Staubpartikel gebunden. Nach aktuellem Kenntnisstand spielen Aerosole eine tragende Rolle bei der Infektion mit dem Corona-Virus. Während Tröpfchen rasch zu Boden gehen, wabern die deutlich kleineren Aerosole weiter durch die Luft – und sorgen für Ansteckung. In geschlossenen Räumen verteilen sie sich laut RKI besonders gut. Das gilt es durch ständigen Luftaustausch zu vermeiden. Denn frische Außenluft weist die geringstmögliche Virenkonzentration auf.

So arbeiten Raumlufttechnische Anlagen

Korrekt geplant, ordnungsgemäß betrieben und gewartet schaffen RLT-Anlagen gute Luftqualität und gesundes Raumklima. Wo der natürliche Luftaustausch in Gebäuden verringert ist, reduzieren sie Feuchte, Schadstoffe, Viren und Allergene aus der Luft. Sie sorgen für den laufenden Austausch von verbrauchter Raumluft durch Frischluft und effiziente Filterung. So können sie das Infektionsrisiko erheblich reduzieren.
Das ist auch im Sinne der Arbeitsstättenverordnung. Denn für anwesende Personen soll „ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein“. (Punkt 3.6 des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)).

Umluftkühlanlagen sind keine RLT-Anlagen

Hohe Ansteckungszahlen in einigen fleischverarbeitenden Betrieben legen nahe: Ein Risikofaktor für die Verbreitung des Corona-Virus ist Luftumwälzung. Anders als bei RLT-Anlagen wird hier lediglich die vorhandene Luft gekühlt. Sie zirkuliert, ohne aufbereitet zu werden. Außenluft kommt nicht hinzu. So bleiben Aerosole in Bewegung und breiten sich im Gebäude aus. Aus diesem Grund raten Hygiene-Experten und Fachverbände vom Umluftbetrieb ab.
Betreiber umluftbasierter Klimaversorgung sind gefordert, zu reagieren und den Betrieb ihrer Anlagen neu zu bewerten. HEPA-Filter etwa könnten Abhilfe schaffen. Sie filtern bis zu 99,975 % aller Viren, Pilze und Bakterien aus der Raumluft. In Operationssälen und Flugzeugen kommen sie bereits standardmäßig zum Einsatz. Auch UV-Bestrahlung und die Vernebelung von Desinfektionsmitteln stehen zur Diskussion.

Ihre Verantwortung als RLT-Betreiber

Das Risiko einer Corona-Verbreitung über RLT ist minimal. Aber nur, wenn die Voraussetzungen stimmen. Als Betreiber sind Sie in der Pflicht, die Gesundheit der Menschen im Gebäude zu schützen. Das gilt besonders in Pandemie-Zeiten. Mit welchen Maßnahmen Sie jetzt auf die neusten Erkenntnisse reagieren sollten, rät Ihnen der VDI. Absolutes Muss: Stellen Sie den hygienischen Betrieb und eine gewissenhafte Instandhaltung sicher.

Unser Angebot

Wir empfehlen Ihnen, Wartungs- und Inspektionsintervalle einzuhalten. Unser qualifiziertes Fachpersonal überprüft Ihre RLT-Anlage gemäß rechtlichen und technischen Vorgaben:

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