Legionellen: Über 2.000 Fälle im Jahr 2025 in Deutschland

Legionellen in den Wasserleitungen

Legionellen können schwere Erkrankungen auslösen. Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen: Die Fallzahlen in Deutschland liegen seit 2023 auf einem deutlich höheren Niveau als noch 2022.

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 2.246 Fälle von Legionellose gemeldet. Die Legionellose umfasst Erkrankungen durch Legionellen – darunter auch die besonders schwere Legionärskrankheit, eine Form der Lungenentzündung.

Die aktuellen Zahlen zeigen: Legionellen bleiben ein relevantes Gesundheitsrisiko.

Fallzahlen der Legionellose-Fälle von 2022 - 2025

Die gemeldeten Legionellose-Fälle in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt:

 

Von 2022 bis 2025 sind die gemeldeten Fallzahlen um rund 53 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg kann teilweise auf eine bessere Diagnostik zurückgeführt werden. Da Legionellosen klinisch schwer von anderen Lungenentzündungen zu unterscheiden sind und nicht immer gezielt getestet wird, ist von einer relevanten Dunkelziffer auszugehen.

Wie häufig ist Legionellose im Vergleich zu anderen Infektionen?

Legionellose gehört nicht zu den häufigsten meldepflichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland. Krankheiten wie saisonale Influenza, COVID-19, Norovirus-Gastroenteritis oder Campylobacter-Enteritis wurden 2022 bis 2025 deutlich häufiger gemeldet.

Die Zahlen zeigen dennoch: Legionellen sind keine seltene Randerscheinung. Im Vergleich zu vielen bekannten schweren Infektionen tritt Legionellose in Deutschland regelmäßig und in relevanter Größenordnung auf.

Warum sind Legionellen gefährlich?

Legionellen sind Bakterien, die in natürlichen Gewässern und auch in technischen Wassersystemen vorkommen können. Besonders problematisch werden sie, wenn sie sich in Warmwasseranlagen vermehren und anschließend über feinste Wassertröpfchen eingeatmet werden.

Eine Infektion erfolgt in der Regel nicht durch das Trinken von Wasser, sondern durch das Einatmen von Aerosolen – zum Beispiel beim Duschen, in Whirlpools, über Luftbefeuchter oder andere wasserführende Anlagen, bei denen Wasser zerstäubt wird.

Legionellen können unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. Besonders bekannt ist die Legionärskrankheit bzw. Legionellen-Pneumonie, eine schwere Form der Lungenentzündung. Typisch sind plötzliches hohes Fieber, Husten, Kopf- und Muskelschmerzen sowie ein starkes Krankheitsgefühl. Häufig kommen Atemnot, Durchfall oder Verwirrtheit hinzu. Etwa 5 bis 10 Prozent der diagnostizierten Fälle enden tödlich. Gefährdet sind vor allem vulnerable Gruppen, wie zum Beispiel ältere Menschen oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Saisonaler Anstieg im Sommer und Herbst

Legionellose tritt nicht das ganze Jahr über gleich häufig auf. Die Fallzahlen steigen regelmäßig in den Sommer- und Herbstmonaten an. Ein Grund dafür könnte die Reisezeit sein: In Hotels, Whirlpools oder Poolanlagen kann ein Risiko entstehen, wenn sich Legionellen in schlecht gewarteten oder wenig genutzten Wasserleitungen vermehren und über feine Wassertröpfchen eingeatmet werden.

Ein weiterer Faktor ist die Wasserstagnation. Wenn Wohnungen während des Urlaubs leer stehen, stagniert das Wasser tagelang in den Leitungen. Das begünstigt die Vermehrung von Legionellen. Auch feuchtwarmes Klima im Sommer und Herbst könnte das Bakterienwachstum in Warmwasseranlagen fördern.

Ein einfacher Tipp kann helfen: Nach längerer Abwesenheit die Warmwasserleitungen gründlich durchspülen. Dabei den Raum am besten verlassen und anschließend gut lüften, bevor das Wasser wieder genutzt wird.

Was die Trinkwasserverordnung vorschreibt

Für viele Gebäude gilt eine gesetzliche Prüfpflicht. Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Betreiber größerer Anlagen zu regelmäßigen Legionellenuntersuchungen. Das betrifft vor allem Mehrfamilienhäuser mit zentralen Warmwasseranlagen, Hotels, Pflegeeinrichtungen und öffentliche Gebäude. Wird der technische Maßnahmenwert erreicht, müssen Vermieter und Betreiber handeln.

Für Mieter bedeutet das: Sie haben ein Recht auf sicheres Trinkwasser. Bei Verdacht auf Legionellenbefall lohnt sich der Blick in die letzten Prüfprotokolle der Hausverwaltung.

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