Bleirohre im Haus: Das gilt seit 2026

Es ist ein kleines einfaches Holz-Haus zu sehen auf einer ausgestrecken flachen Hand vor einem rosafarbenden Hintergrund.

Blei löst sich durch Korrosion aus alten Leitungen. Besonders hohe Werte entstehen nach langen Standzeiten, etwa über Nacht. Schon kleine Mengen können das Nervensystem von Ungeborenen und Kleinkindern schädigen. Betroffen sind fast nur Gebäude mit Baujahr vor 1973, da ab diesem Zeitpunkt Blei als Leitungsmaterial nicht mehr verwendet wurde. In einigen Bereichen in Nord- und Ostdeutschland verlegten Installateure Bleirohre bis Anfang der 1970er Jahre.

Bleileitungen sind seit Januar 2026 verboten

Die Trinkwasserverordnung schreibt es seit 2023 vor: Blei muss raus. Betreiber mussten alle bleihaltigen oder aus Blei bestehenden Leitungen bis zum 12. Januar 2026 entfernen oder stilllegen. In Wohngebäuden ist der Betreiber meist der Eigentümer. Die Pflicht gilt unabhängig von den gemessenen Werten. Der Grenzwert liegt heute bei 0,010 Milligramm pro Liter. Ab dem 12. Januar 2028 sinkt er auf 0,005 Milligramm pro Liter. Auf Antrag kann das Gesundheitsamt die Frist verlängern, in engen Grenzen bis 2036.

Bleirohre erkennen: drei einfache Schritte

Eine Sichtprüfung liefert erste Hinweise. Das Umweltbundesamt empfiehlt dafür drei Schritte:

  • sichtbare Leitungen im Keller vor und hinter dem Wasserzähler kontrollieren
  • das Rohr vorsichtig anritzen: Blei ist weich und schimmert silbergrau
  • Eigentümer oder Hausverwaltung nach Einbaujahr und Werkstoff fragen

Sicherheit bringt am Ende nur eine Laboranalyse. Unsere Schwermetalluntersuchung zeigt Ihnen den Wert am eigenen Wasserhahn.

Was Sie bis zum Austausch beachten sollten

Für Schwangere und Kinder bis zum sechsten Lebensjahr ist Wasser aus Bleirohren ungeeignet. Nutzen Sie stattdessen abgepacktes Wasser für die Säuglingsnahrung. Auf Filter sollten Sie nicht vertrauen: Ihre Wirkung gegen Blei ist unsicher, und sie können verkeimen. Lassen Sie Stagnationswasser ablaufen, bis es kühl nachläuft. Zum Waschen und Duschen bleibt das Wasser aus gesundheitlicher Sicht nutzbar.

Wer haftet für Bleirohre im Haus?

Der Wasserversorger verantwortet die Zuleitung bis ins Haus. Für die Trinkwasserinstallation im Gebäude haftet der Eigentümer. Er muss die Bewohner unverzüglich über vorhandene Bleileitungen informieren. Seit dem 13. Januar 2026 muss er dem Gesundheitsamt den Austausch nachweisen. Reagiert ein Vermieter nicht, können Mieter das Gesundheitsamt einschalten.

Beim Hauskauf gilt eine Aufklärungspflicht

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied 2019 über ein Mehrfamilienhaus von 1955. Der Verkäufer verschwieg die verbauten Bleirohre. Die Richter werteten die Leitungen als Sachmangel – unabhängig vom Baujahr. Der Verkäufer musste für den Austausch aufkommen. Fragen Sie deshalb vor jedem Kauf nach dem Leitungsmaterial.

Vor dem Kaufvertrag Klarheit schaffen: Eine Wasseranalyse dokumentiert den Zustand der Installation – für Käufer wie für Verkäufer. Zur Schwermetalluntersuchung!

Trinkwasser auf Blei testen lassen

Blei lässt sich sensorisch nicht nachweisen. Eine Laboranalyse kann Aufschluss über eine etwaige Bleibelastung im Trinkwasser geben. Unser Labor untersucht die Probe und bespricht bei Bedarf das Ergebnis mit Ihnen. So wissen Sie, ob Ihre Installation die Grenzwerte einhält. Gerade bei Kindern und Schwangeren lohnt sich diese Gewissheit.

Jetzt Trinkwasser testen lassen!

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