Gefährdungsanalyse

Im Rahmen der Novelle der Trinkwasserverordnung im Jahr 2012 muß im Falle eines Legionellenfundes (Technischer Maßnahmewert >100KBE/100ml) eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden (§16 Absatz 7 TrinkwV). Da in der Trinkwasserverordnung nicht weiter ausgeführt wird, was in einer Gefährdungsanalyse alles beinhaltet sein muss, orientiert man sich an der UBA-Empfehlung vom 14. Dezember 2012 bzw. am Hinweis W 1001 des DVGW.

Ziele

Wird bei der Legionellenprüfung ein Legionellenbefall festgestellt, dient eine Gefährdungsanalyse der Bestimmung der Ursache der Kontamination. Bei der weitergehenden systematischen Untersuchung der Trinkwasserinstallation wird nach Möglichkeit die Quelle der Kontamination mit Legionella pneumophila identifiziert und verortet.

Eine wichtige Voraussetzung einer Gefährdungsanalyse ist eine Ortsbesichtigung durch hygienisch-technische Sachverständige, die ein Konzept zur Beseitigung der Ursachen der Kontamination bzw. zur Sanierung der Trinkwasserinstallation erarbeiten. Somit liegt eins der Hauptziele der Gefährdungsanalyse darin systembedingte Risikostellen in der Trinkwasserinstallation zu identifizieren und daraus geeignete Maßnahmen zur dauerhaften Beseitigung dieser abzuleiten.

Mit Hilfe der Ergebnisse der Gefährdungsanalyse können kurzfristige, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Beseitigung der Legionellenkontamination erarbeitet und umgesetzt werden. Ohne eine ordentliche Risikobewertung wird bei einem Legionellenfund oft nur eine thermische Desinfektion empfohlen. Liegt die Ursache des Befalls aber z.B. in einem Totstrang oder einer zu geringen Temperatur im Warmwasserspeicher begründet, kann die Trinkwasserinstallation schnell wieder mit Legionellen besetzt sein.

Durchführung

Die Analyse sollte durch im Bereich Sanitärtechnik und Trinkwasserhygiene qualifizierte Personen durchgeführt werden, z.B.:

  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Handwerksbetriebe des Installationshandwerks
  • Nach Trinkwasserverordnung akkreditierte Labore

Wichtig ist die durchgehende Dokumentation, um ggf. die Unabhängigkeit und ausreichende Qualifikation der durchführenden Personen nachweisen zu können. Die nötige Unabhängigkeit wäre bei Personen, die an der Planung, dem Betrieb oder dem Bau der Hausinstallation beteiligt waren/sind nicht gegeben.
In der Regel beinhaltet die Gefährdungsanalyse eine:

  • Dokumentenprüfung (Planungsunterlagen, Installationspläne, Betriebsführung, Ergebnisse der orientierenden Legionellenuntersuchung)
  • Überprüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regel der Technik
  • Überprüfung wichtiger Betriebsparameter wie die Temperaturen an Endsträngen, in der Zirkulation sowie in der Warmwasseraufbereitung
  • Kontrolle der Anlagenhydraulik soweit technisch möglich
  • Beschreibung aller Gefährdungspunkte und Schwachstellen mit Priorisierung: sofortige-,mittelfristige, und langfristige Maßnahmen
  • Weitergehende Legionellenuntersuchung
  • Gesamtbewertung und Ableitung von Maßnahmen

 

Gerne beraten wir Sie zur Gefährdungsanalyse und planen mit unseren Partnern vor Ort die Durchführung.


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